Schön war die Zeit...
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Kursfahrt Ijsselmeer...
Eines vorweg: Normalerweise
meckere ich nicht ständig 'rum. Aber jetzt, wo ich die Möglichkeit
habe zu meckern, ohne daß ich vor dem Abi Schwierigkeiten bekomme (zum
Glück ist das vorbei), nutze ich die Chance. Das heißt nicht, daß
ich die Kursfahrt total scheiße fand. Im Gegenteil. Also, es geht nur
um das, worüber ich mich (nicht als einzige) aufgeregt habe:
Nach dreieinhalb Stunden Fahrt waren wir am Schiff angekommen, und wir begriffen
alle schnell, was der Skipper von uns erwartete: An Bord kommen, Schnauze halten,
arbeiten. Während der restlichen Tage lernten wir auch das wahre Gesicht
unserer 2. Person kennen; Selbstgespräche, die immer die gleichen Wörter
enthielten: "eehääh, na ja!" Das Beste kam (nachdem wir
eine Nacht auf Watt zubringen mußten/durften) um 4.30 Uhr: "Los,
alles aufstehen. Milchstraße angucken!"
2. hatte auch Essensregeln gemacht (die ich im Prinzip gar nicht schlecht fand),
u.a.: Alle fangen gemeinsam an. Wer sich nicht daran hielt, mußte das
Klo putzen. Aber selbst Herr Schüller war sprachlos, als ihm jemand sagte,
daß sich die 2. Person nicht an ihre eigenen Regeln hielt. Nachdem die
Kochgruppe festgestellt hatte, daß sie zuwenig Frikadellen gemacht hatte,
aß 2. (während alle anderen auf Deck arbeiteten) schon mal drei Frikos.
Beim Essen selbst hatte sie ihren Teller natürlich auch gut voll und stand
dann auf mit dem Satz: "Ich hol mir noch 'nen kleinen Nachschlag".
Ich hoffe, es macht sich keiner die Illusion, sie hätte das Klo geputzt.
Es gab natürlich
Lichtblicke, die einige vom Amoklauf abhielten:
Herr Schüller. Obwohl er auch manchmal "überrascht" war
über die 2. Person, der er unterstellt war (mit anderen Worten: Er hatte
so gut wie nichts zu sagen), war er eine echte moralische Unterstützung
für uns und hat alle durch seine wohlüberlegten Reden so manches Mal
davon abgehalten, 2 über Bord werfen oder sie Biggi zu nennen (Macht das
nie, nie, nie!)
Die Stimmung unter
den Schülern. Obwohl wir ein bunt zusammengewürfelter Haufen waren
und bis zur Fahrt ziemlich wenig miteinander zu tun hatten, haben wir uns super
verstanden. Besonders stark waren die Spiele, die die meisten zuletzt im Kindergarten
gespielt haben, und die die ganze Nacht dauerten. Beim "Pferderennen"
oder bei "Mäxchen" war die Stimmung besonders bei Herrn Schüller
und Christoph D. ziemlich gut, da es Christoph bei erhöhtem Alkoholspiegel
und zu später Stunde nicht immer schaffte, sich an das "Sie"
zu halten. ("Was hast Du gesagt?" - "Christoph, seit wann duzen
wir uns?" - "Ach, entschuldige!").
Auch mit den Niederländisch-LK-Schiff haben wir riesigen Spaß gehabt
(z.B. Wasserbombenschlacht quer durch den Hafen).
Aber jetzt muß
ich auch schon wieder zu den negativen Seiten kommen, denn wie das für
viele Lehrer unserer Schule anscheinend typisch ist, hat sich auch der Lehrer
dieses Schiffes, hier nur Hein Eken () genannt, ziemlich daneben benommen. Nachdem
er mal wieder einen über den Durst getrunken hatte, hielt er es für
nötig, mitten in der Nacht zwei seiner Schülerinnen aus unerklärlichen
Gründen so fertig zu machen, daß der halbe Hafen aufwachte, und eine
der beiden fast einen Nervenzusammenbruch hatte. Die andere war auch nach kurzer
Zeit sprachlos, obwohl sie sonst nicht auf den Mund gefallen ist. Der Mann hat
wirklich ein riesiges Theater veranstaltet, das kann man gar nicht beschreiben.
Eine der beiden bekam blaue Flecken, weil Hein Eken sie beim Anschreiben "leicht"
festhielt. Morgens konnte er sich an nichts erinnern. Wenn es nicht so traurig
wäre, könnte man schon fast darüber lachen, daß er eine
der beiden "unsozial" nannte. Die Jungs dieses Schiffes waren der
Meinung: "Wieso, der ist doch voll o.k. Der gibt immer einen aus".
Na, herzlichen Glückwunsch!
Wieder zu Hause, passierte gar nichts. Da fragt man sich dann doch, ob es denn
nun stimmt, das alte Sprichwort: "Eine Krähe hackt der anderen kein
Auge aus".?
Also, wenn sich mal wieder jemand über "die Jugend von heute"
beschwert, zeigt ihm, wer uns erzogen hat und sagt: "Das haben wir so bestellt,
das wird jetzt so gesessen!"!
Silke Kirch