Schön war die Zeit...
>>Toskana Ijsselmeer
Kursfahrt in die Toskana..
Samstag, den 08.09.1996
Heute ist Samstag,
der 08.09.1996 (oder habe ich das etwa schon in der Überschrift geschrieben?).
Mist, was soll ich nach diesem geistreichen Satz denn jetzt noch alles schreiben?
Ich habe die schwierige Aufgabe, für den heutigen Tag einen Tagebuchähnlichen
Bericht zu schreiben. Witzig sollte er sein und zugleich auch noch informativ!
Eine kaum zu bewerkstelligende Aufgabe hat man mir da gegeben und ich fühle
mich auch nur "minimal Überfordert"!!!
Naja, ich fange dann einfach mal mit den knallharten Fakten an: Also heute ist,
wie schon gesagt, Samstag, der 08.09.1996. Da nun schon die Tatzeit bekannt
ist, werde ich nun versuchen, den Tatort zu ermitteln. Nach langwierigen Ermittlungen
ist es mir dann auch tatsächlich gelungen. Ich war natürlich live
und in Farbe vor Ort, als ein mehr oder minder geschmackvoller - auf jeden Fall
bequemer - Terlindenbus (unverwechselbar am Kennzeichen VIE - T - + Nr. identifizierbar)
auf dem Gutshof "Tenuta la Fratta" in Sinalunga (Nähe Siena)
rollte (gemerkt? Da war er. Der Tatort!).
Da die soeben beschriebene Situation um kurz nach 12 erfolgte, fällt sie
somit in meinen Aufgabenbereich - oder soll ich besser sagen, in meine Berichterstattungspflicht?
Dann fange ich mal an: Los ging der ganze Zirkus mit einer mehr als nur chaotischen
Zimmeraufteilung. Jeder stürzte sich in die jeweils nächstgelegene
Bude und besetzte diese (vorausgesetzt, die vorangegangene Inspektion verlief
positiv!). Doch unsere Besetzung der Räumlichkeiten war nicht das einzig
Chaotische, denn auch der Hausverwalter schien einen eher chaotischen Terminplan
zu führen (oder etwa gar keinen?). Als wir, die Überlebenden, nämlich
unsere Zimmer besetzen wollten, war ein Achter-Haus schon von anderen belegt
worden. Circa zehn einsame Schüler/innen standen also immer noch auf der
Wiese und starrten traurig ( oder waren sie etwa nur müde?) die zu gebäudeähnlich
Gebilden aufgeschichteten Steine an, in deren Luken reihenweise Koffer verschwanden.
Fünf männliche Verstoßene schlossen sich den Leerpersonen (äh,
sorry: "Lehrpersonen" natürlich) an, um im "Führerhauptquartier"
zu residieren. Genosse Krienen schlug schon mehr oder minder taktvoll vor, daß
die Übriggebliebenen doch im Kamin auf der Wiese schlafen könnten,
was zur Folge hatte, daß die verstoßenen Herzen der verstoßenen/innen
noch mehr bluteten. Durch umräumen und Betten (ver-)schleppen wurde aber
auch dieses Problem gelöst und der psychische Zustand der Betroffenen rehabilitierte
sich zusehends.
Dann wurden als
erstes die reichhaltigen Coop-Einkäufe (für den Satz bekomme ich von
Cooppro Ausgabe 5,- DM) in die Kühlschränke geschmissen und die Klamotten
in die asl Mangelware vorhandenen Schränke geräumt. André,
unser Busfahrer (Ihr wisst schon, der, der nie Bum-Bum-Musik "dreht")
schien von der Tour richtig ausgemergelt zu sein, denn mit gierigem Blick stürzte
er sich auf seine von zu Hause mitgebrachten Töpfe, um direkt zu kochen.
"André, der Ausgehungerte" schaffte es sogar, den Gasofen (in
der kleinen Küche des Haupthauses), der eher einem voll aufgedrehten Bunsenbrenner
glich und damit besser für Pete Erkrienen (Chemielehrer Krienen wollte
an dieser Stelle anonym bleieb) geeignet war, in Gang zu bringen. In der großen
Küche erklährte man mir bei meinem Erscheinen direkt, daß der
rechte Schalter an der Wand unter keinen Umständen benutzt werden dürfe
(oder war´s der Linke), da sonst der Boiler in die Luft flöge. Aber
beim Anblick meines entsetzten Gesichts versuchte man mich direkt zu beruhigen,
daß der Schalter daneben in Ordnung sei. Nachdem diese Security- und Überlebensmaßnahmen
also geklährt waren, verschlug es mich noch einmal in die kleine Küche,
wo mich André mit der nächsten Horrornachricht bombadierte, nach
der ich den rechten Wasserhahn nicht benutzen, bzw. Daraus trinken sollte, da
ich sterben müsste oder zumindest krank werden würde (für alle
Menschenschützer: es handelte sich nur um Brunnenwasser!).
Als unsere Überlebenschancen nach diesen recht kompetenten Einweisungen
zu steigen begannen, ging die "große Schlacht zu Tenuta la Fratta"
auch schon weiter: ein erbarmungslos harter Kampf um die Duschen brach aus!!!
Und wieder einmal sollte Herr Fourné mit seiner berüchtigten These
"Nur die Härtetypen werden überleben" recht behalten. Es
war nicht genug damit, daß das Wasser (extra für Sie, Herr Krienen:
Ich rede gerade von H²O) nur schwerlich zu regulieren war (obwohl man,
um bei der Wahrheit zu bleiben, schon gestehen muß, daß kochendheißes
und eiskaltes Wasser alleine jeweils machbar war), haten wir nach jeder Dusche
mit einer schweren Überschwemmung zu kämpfen (da half auch der höchstwahrscheinlich
schon patentierte Einfall von Listorph Chrau (Name von der Redaktion zum Schutz
Betroffenen vor Anstürmen bezüglich seiner genialen Erfindung einen
Damm aus Handtüchern zu drehen geändert) nichts.
Doch erst jetzt sollte es hart auf hart kommen, auch wenn alles erst ganz harmlos
begann. Als wir nämlich daran gingen, unsere Betten zu beziehen, fielen
uns direkt schon die ersten Spinnen auf und mir entgegen! Doch der eigentliche
Schlag kommt jetzt erst und das bittere Ende erst in der Nacht! Als wir, wie
gesagt, unsere Betten beziehen wollten, griffen wir, nichts Böses ahnend,
nach den bereitliegenden Wolldecken und wurden auch schon von einer gewaltigen
"Mottenkugelmiefwolke" eingenebelt, um nicht zu sagen vergast! Angewiedert
verbannten wir den ganzen Stapel Wolldecken auf den Flur, wo sie zunächst
auch einmal liegen blieben. Nach "Miefdecken", "Staubschubladen"
und "Spinnenjagd" wurde uns dann mirgeteilt, daß der Hausverwalter
um 14.45 für Alkoholbedürftige in den Weinkeller hinabsteigen wollte,
aber dann doch erst um kurz nach vier erschien.
Statt dessen konnte
man schon die ersten Faulenzer auf der Wiese vor dem Haupthaus beobachten, die
die Liegestühle belagert hatten. Wieder andere hörten italienisches
Radio. Das Verständnis war zwar gleich null, aber die Musik dafür
um so besser. Doch diese idyllische Ruhe sollte nicht lange Bestand haben, denn
schon tauchte das nächste Problem auf: die Stecker unserer heimischen Elektrogeräte
ließen sich einfach nicht dazu überreden, in ihre italienischen Freunde
(oder Feinde?), nämlich die Steckdosen, zu passen. Doch dieses Problem
löste Herr Fourné, in dem er, von schwersten Weinkrämpfen geschüttelt,
Abschied von zweier seiner Adapter nahm und aufopferungsvoll unter den Bedürftigen
verteilte. Vielen Dank!
Da für 16.30 Uhr die Abfahrt nach Siena geplant war, mußten wir uns
auch schon bald fertig machen. Als alls (oder besser gesagt "fast alle")
auf der großen Wiese antraten und vor der Führungsriege salutierten,
fiel plötzlich auf, daß André noch fehlt. Doch Herr Fourné
versuchte weiterhin, unterstützt von den Führern Roskothen und Krienen,
die gigantische Masse seiner Zuhöhrerschaft mit dem Spruch "Nennt
mich Loretta (vgl. "Das Leben des Brian"; Originaltitel: "Monty
Python´s life of Brian", Satire aus Großbritannien von 1979)
bei Laune zu halten. Weiterhin verteilte er den Auftrag an eine unserer Verbündeten,
aus Kontrollgründen einen Plan "wer wann wo mit wem" (Zitatende)
aufzustellen. Da er gerade in Befehlslaune war, befahl er der Oberbefehlshaber
auch schon den nächsten Befehl: einer sollte ausschwärmen und André
suchen und sich unter keinen anderen Umständen als in seiner Begleitung
zurück zum Dienst melden. Was geschah, war folgendes: Andr#e wurde gewaltsam
aus seinen schönsten Träumen gerissen und dazu verdonnert, unter eigentlich
menschenunwürdigen Verhältnissen (er mußte seinen Kaffee auf
der Stelle und im Stehen trinken) in seinen Bus zu steigen und uns nach Siena
zu kutschiern. Dort angekommen besichtigten wir den Dom und sahen uns den "Piaza
du Campo" an. Gegen elf Uhr erreichten wir dann unsere neue Heimat (oder
zumindest das, was für einige Zeit unseres Aufenthalts in Italien unsere
Schlaf- und Feierstätte sein sollte).
Nach unserer Ankunft II saßen die meisten noch ein wenig zusammen und
krochen dann in ihre Kojen. Doch aus dem erhofften Schlaf wurde für viele
nichts, denn nachts, als alle schliefen, wurden wir hinterhältigerweise
von einer eisigen Kälte heimgesucht. Von einem sonnig warmen Italienwetter
(wonach sich zu allem Übel auch noch der größte Teil unserer
mitgebrachten Kleidung richtete) war nichts zu spüren! Oder waren wir vielleicht
in Sibirien? Fragen über Fragen! Tatsache ist jedoch, daß wir, die
wir auch heute noch leicht an den Frostbeulen zu identifizieren sind, nur schwerlich
ein Auge zutaten. Wir bereuten bereits aus tiefstem eiskalten Herzen, daß
wir die ekeligen Mottenwolldecken verachtet und ,vor allen Dingen, verbannt
hatten! Am nächsten Morgen konnte uns dann auch nur eine heiße Dusche
aus unserer Totenstarre befreien. Doch in dieser einen Nacht fiel es uns wie
Schuppen von den Augen1 Wir hatten etwas gelernt!!! Jetzt wußten wir nämlich
über unser zukünftiges Lebensmotto Bescheid. Ganz in Anlehnung an
Herrn Founré (s.o.) galt von nun ab das Motto "Nur die Harten kommen
in den Garten!"
Mit dieser Weisheit im Kopf gelang es uns dann auch pünktlich um 9.-45 Uhr (unter Einhaltung des akademischen Viertels) zur Abfahrt nach Orvieto bereitzustehen. Im Bus lauschten wir dann einem Vortrag über Orvieto, der von dem "Bär" (Bastian Albrecht wollte anonym bleiben) gehalten wurde. Auf jeden Fall wußten wir danach eine ganze Menge mehr über Orvieto als vorher, denn jetzt wußten wir sogar schon, daß die Etrusker Einfluß auf die Stadt hatten, daß die Etrusker einige Sachen in Orviet, das ja unter dem Einfluß der Etrusker stand, gebaut haben und daß das Besondere an Orviet das große Etruskertor sei, das selbstverständlich von den Etruskern erbaut wurde. Auf jeden Fall sei zu betonen, daß die Etrusker in Orvie großen Einfluß gehabt haben. So, an dieser Stelle wird mein Nachfolger übernehmen, denn die 12.00 Uhr sind soeben überschritten und ich bin somit von meinem Leiden, äh, ich meine natürlich "schreiben", erlöst!!!
Nadine Cronen
---------
Mittwoch, 11.9.96 Ein Tag in der Toskana
Heute hatten wir das Programm ein wenig geändert, Perugia also ausfallen
lassen und uns erstmal richtig ausgeschlafen. Dadurch verschob sich unsere Abfahrt
auf 12.00 Uhr. An diesem Tag hatten wir dann auch nur 5 min. Verspätung
anstatt der sonst üblichen akademischen 15 min. Meine Güte! Bei der
morgentlichen Ansprache von Peter dem Großen im Bus spricht er schon vom
Kofferpacken. Dabei liegen noch vier Städte vor uns. Man hat sich an alles
hier gewöhnt: abends Fete, morgens früh aufstehen und ein bis zwei
Stunden im Bus, Stadt besichtigen, irgendwo etwas essen, ein bis zwei Stunden
Bus, essen, Fete,... sind zum normalen und wiederkehrenden Tagesablauf geworden;
fast schon zum Trott.
Heute ist es zwar warm, wie immer bisher und in den ganzen zehn Tagen, wie sich
herausstellen sollte, aber am Horizont sind zum ersten mal Wolken zu sehen.
Obwohl nach der extra Portion Schlaf alle ausgeschlafen sein sollten, ist es
im Bus ruhig. Bis auf BonJovi: Always. Das Lied haben wir dank Sezai und Heni
in den letzten vier Tagen ja erst vierzig mal gehört. In Assisi angekommen,
versucht Enzo dann die lateinische Inschrift über dem Stadttor zu entziffern.
"Benedieat tibi... : Ich segne dir...", oder so ähnlich.
Vor einem Brunnen dann Aufstellung zum Gruppenfoto. Peter und Peter mühen
sich redlich um auch wirklich bei jedem der 20 Fototapperate einmal den Auslöser
zu drücken, als da so ein Tourist mit seiner Videokamera kommt und das
ganze Spektakel seinerseits filmt. Danach Besuch des Klosters der Franziskaner.
Das Erste was einem auffällt (auffallen muß) sind die Kerzen vor
den Heiligenstatuen. Das sind nämlich keinesfalls Wachskerzen, nein, sondern
Elektrokerzen; schon komisch in einer Kirche. Und dann der japanische Mönch,
der eine Reisegruppe aus Fernost durch die Gewölbe der Klosterkirche führt.
Hier merkt man
schon den Massentourismus. Die meisten Menschen gehen auch nur einmal um das
Grab des heiligen Franziskus herum. Noch nicht einmal langsam oder interessiert.
Aber es gibt auch Einzelne, die dort beten und scheinbar gerade ein Gespräch
mit Ihrem Heiligen führen. Auf jeden Fall ist die Stimmung hier unten überwältigend,
wenn man sich nur einmal die Zeit nimmt und sich nur für ein paar Minuten
ruhig hinsetzt. Man kann es nicht beschreiben: ich zumindest nicht. Geht man
nur als Tourist hier einmal im Kreis, hat man nichts davon gespührt. Sitzt
man aber alleine für sich, dann bekommt der Ort so etwas wie eine Bedeutung.
Und es ist trotz der vielen Menschen ruhig genug, um nachzudenken, wozu dieser
Ort verleitet. Das Einzige woran ich denken kann ist, den Anschluß an
die Gruppe nicht zu verlieren. Das ist eben der große Nachteil.
Um 15.30 Uhr war die Abfahrt von Assisi geplant. Zu dieser Zeit waren alle am
Bus, alle bis auf einen: ENZO!!! 15.41 Uhr die Durchsage des Busfahrers, daß
gegebenenfalls Suchtrupps ausgeschickt werden müssen. Erste Spekulationen
werden laut (nicht zu ernst nehmen !):
1. Enzo ist in den Orden eingetreten und hat ein Schweigegelübte abgelegt.
2. Enzo führt eine Reisegruppe durch Assisi.
3. Es ist ein Wunder geschehen: er ist verschwunden ( ??? )
4. Enzo steht oben an der Rolltreppe und findet den Weg nach unten nicht. (Derjenige,
der das gesagt hat, mußte wahrscheinlich selber erst mal suchen! )
Nicht alle können
mit dieser Situation der Ungewißheit so locker umgehen (Baste: "Ich
vermisse Ihn" ). Jetzt wird endlich bemerkt, daß noch mehr fehlen,
Ralf, Lars und Steffi nämlich. Die Stimmung im Bus wird immer gereizter
und angespannter, ja fast schon aggressiv. Jochen sitzt ganz apathisch in der
letzten Ecke des Busses.
Um die Massen zu beruhigen, wird dann um 16.07 Uhr ein Video eingeschaltet:
Der bewegte Mann. Bis dann endlich, genau eine Stunde später, die Vermißten
wieder auftauchen. Sie hatten einfach 16.30 Uhr statt 15.30 Uhr verstanden.
Dadurch verkürzte sich unser Aufenthalt am Lago di Trasimeno um eine Stunde,
was aber, auf Grund des Schlammes und er vielen Mücken, auch nicht weiter
schlimm war.
Um 18.30 Uhr machten wir uns dann pünktlich auf die Heimreise, nätürlich
mit den Zwischenstop beim CoOp. Nach unserer Ankunft um 19.51 Uhr ließen
die meisten den Abend wie immer bei einem Gläßchen Wein gemütlich
ausklingen.
Katrin Pfülb
------------
Ein Tag im guten alten Rom
Wir schreiben das
Jahr 1996 n. Chr. Ganz Rom ist von Touristen besetzt, die sich an die im Peters-Dom
geltende Kleiderordnung halten, welche verbietet, die Kirche mit obszöner,
beinfreier Kleidung zu betreten und damit auf das Schändlichste zu entweihen.
Alle Touristen? Nein! Das unbeugsame junge Pärchen vom linken Niederrhein,
Christoph Lauffix und Sandra Hellwienix, versuchte mit allen nur erdenklichen
Mitteln, die ihnen in den Weg gestellten Sittenhürden zu umgehen, und zog
damit immer wieder die Aufmerksamkeit einer Legion römischer Wachleute
auf sich, die nun alle Hände voll zu tun hatten, den unerbittlichen Eindringlingen
Widerstand zu leisten. Und, beim Teutates, was folgte war ein Kampf auf biegen
und brechen.
Bei der Ankunft im Vatikan, der für eine dreiviertel Stunde die Arene der Auseinandersetzung sein sollte, waren unsere beiden Krieger noch zuversichtlich,sich zumindest für die klimatischen Reize, die Rom so zu bieten hat, angemessen gekleidet zu haben. Außerdem hatte man doch noch den Erfolg von Assisi im Rücken, wo man noch am Tage zuvor halbnackt das Kloster samt Unterkirche eingenommen hatte. Die Nachhut, ein Lehrkörper mit seinen Mannen, fand in seiner einstündigen Analyse des Überaschunssieges heraus, daß das Unerwartete auf die Abesenheit der Franziskaner Mönche zurückzuführen sei, die gerade beim Mittagessen waren. Der Rest des Heeres wartete indes gespannt auf dieses Ergebnis am Bus auf die Helden. Einen ähnlichen Erfolg versprach man sich nun auch in Rom. Im übrigen hatte man sich in der Nacht zuvor noch reichlich mit einem toskanischen Zaubertrank gestärkt, der einem übermenschliche Kräfte verleiht. Was konnte also schif gehen? Schon der erste Wachposten war jedoch besetzt. Die beiden Krieger entschlossen sich schnell zu ihrer Taktik: erst einmal bin ich nicht gemeint, dann verstehe ich weder italienisch noch englisch noch deutsch und schließlich bin ich dann ganz taub. Man einigte sich also mit den gegnerischen Einheiten auf die Zeichensprache als Kommunikationsgrundlage. Der erste Angriff war gescheitert und man verharrte in Lauerstellung. Kompromisse wie umgewickelte Handtücher ließ der strenge Wachposten nicht zu. Auch der Versuch des Christoph Lauffix, mit seinen Shorts die Knie zu bedecken und das T-Shirt über das zu ziehen, was die Hose eigentlich bedecken sollte, wurde nur müde belächelt.
Doch nach einiger Zeit ein Hoffnungsstrahl am Horizont. Verstärkung rückte in Form einer spanischen Reisegruppe an. In ihrem Windschatten konnten unsere beiden Krieger die Verwirrung der ersten Wache ausnutzen und die Treppen zum Heiligtum hinaufgleiten. Irgendwie schafften sie es auch, in den Vorraum der Peterskirche zu gelangen und einen Blick in ihr Inneres zu erhaschen. Doch jedes weitere Vordringen war zwecklos, die Operation zum Scheitern verurteilt. Die Sittenstrolche wurden umgehend entfernt und draußen schon vom Wachmann Nr. 1 sehnsüchtig erwartet.
Am Ende waren unsere beiden Krieger, Christoph Lauffix und Sandra Hellwienix, sich einig: "Die spinnen, die Römer!"
Bastian Beckers